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Folsäure verhindert Gaumenspalte
bei Babys
Schwangere können bei ihrem Kind durch die zusätzliche
Einnahme von Folsäure das Risiko für Lippen-, Kiefer-,
und Gaumenspalten vermindern. Dies ist das Ergebnis von mehreren
aktuellen Studien. Die erhöhte Folsäurezufuhr sollte
schon vor der Schwangerschaft beginnen.
"Hasenscharte" oder "Wolfsrachen" werden
im Volksmund die Lippen-Kiefer-Gaumenspalten diskriminierend
genannt. Sie gehören zu den häufigsten angeborenen
Fehlbildungen des Menschen und entstehen durch eine Entwicklungsstörung
während der Schwangerschaft. Weltweit ist von rund 600
Babys eines betroffen. Für viele junge Eltern ist diese
Diagnose ein Schock. Die Kinder haben häufig Probleme
beim Essen und Trinken, bekommen mitunter schlecht Luft, haben
Sprachprobleme und manche werden zudem im Kindergarten und
in der Schule gehänselt. Je nachdem wie ausgeprägt
die Fehlbildung ist, müssen sie mehrere Operationen überstehen,
damit die Spalte in der Lippe und im Gaumen geschlossen werden
kann.
Diesen Belastungen kann jedoch vorgebeugt werden: Verschiedene
aktuelle Studien belegen, dass durch eine erhöhte Folsäureaufnahme
vor und während der Schwangerschaft das Risiko für
das Auftreten einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte beim ungeborenen
Kind geringer ist. So zeigen zwei aktuelle Meta-Analysen,
dass die zusätzliche Einnahme von Folsäuretabletten
vor und während der Schwangerschaft die Häufigkeit
von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten senkt. Auch die kürzlich
veröffentlichten Ergebnisse einer norwegischen Fall-Kontroll-Studie
und einer dänischen Geburtskohortenstudie bejahen dieses
Ergebnis.
Die zusätzliche Einnahme von mindestens 400 Mikrogramm
Folsäure schützt außerdem vor Fehlbildungen
des Wirbelkanals ("Spina bifida", "offener
Rücken") während der Embryonalentwicklung.
Um den genannten Fehlbildungen vorzubeugen, müssen Frauen
jedoch schon vier Wochen vor der Empfängnis mit der erhöhten
Folsäurezufuhr beginnen. Doch viele Frauen nehmen keine
Folsäuretabletten zu sich oder beginnen die Einnahme
erst, wenn sie von der Schwangerschaft erfahren. Deswegen
haben sich verschiedene Länder, unter anderem die USA,
Kanada, Chile und Irland zu einer Anreicherung von Grundnahrungsmitteln
entschlossen. Seit in den USA Mehl mit Folsäure angereichert
wird, gibt es weit weniger Geburten mit einer Fehlbildung
des Wirbelkanals. Auch die Anzahl von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
sank ein dreiviertel Jahr nach Anreicherungsbeginn.
Da die meisten Deutschen zu wenig von dem lebenswichtigen
B-Vitamin Folat aufnehmen, wird in Deutschland derzeit über
eine Anreicherung von Folsäure in Grundnahrungsmitteln
wie z.B. Mehl diskutiert. Auch der Arbeitskreis Folsäure
& Gesundheit befürwortet eine solche Anreicherung.
Solange diese jedoch nicht obligatorisch eingeführt wird,
empfiehlt er den Verbrauchern, selbst die Initiative zu ergreifen
und mit Folsäure angereicherte Grundnahrungsmittel wie
Mehl oder Salz zu verwenden. Frauen im gebärfähigen
Alter, die nicht sicher verhüten, sollten zusätzlich
jeden Tag eine Tablette mit 400 Mikrogramm Folsäure zu
sich nehmen.
Quellen:
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- A case-cohort study based on prospective Danish Data. Eur
J Epidemiol [e-pub]
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Birth Defects Res A Clin Mol Teratol 79 (1): 8-15
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Wilcox AJ et al. (2007) Folic acid supplements and risk of
facial clefts: national population based case-control study.
BMJ 3: 334-464:
Yazdy MM et al. ( 2007): Reduction in orofacial clefts following
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März 2007
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