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Vitamine B12 und Folat: Bei niedrigem Spiegel hohes Risiko für einen Schlaganfall
Ein Mangel an Vitamin B12 in Kombination mit einem niedrigen
Folatspiegel steigert das Risiko für Durchblutungsstörungen
und Schlaganfälle. Teilweise wird dieser Effekt wohl
durch einen erhöhten Homocysteinspiegel bedingt, so das
Ergebnis einer Potsdamer Studie.
Homocystein gilt als Risikofaktor für Schlaganfall und
Herzinfarkt. Ein erhöhter Homocysteinspiegel im Blut
kann durch eine vermehrte Zufuhr von Vitamin B12 und Folat
bzw. Folsäure (der synthetischen Vitaminform) gesenkt
werden.
Eine längerfristige Einnahme von Folsäurepräparaten
scheint das Risiko für Schlaganfälle bei Herz-Kreislaufpatienten
zu verringern. Unklar war bis jetzt allerdings, ob dies auch
für Menschen ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung gilt. Zur
weiteren Aufklärung wurde deshalb der Zusammenhang zwischen
Schlaganfallrisiko und den Folat- und Vitamin B12-Spiegeln
bei 967 Personen untersucht. Diese waren Teilnehmer der EPIC-Studie1
und hatten vor Beginn keine Herz-Kreislauf-Probleme. Das Ergebnis
stellte sich wie folgt dar:
Das Risiko für Schlaganfälle und Durchblutungsstörungen
war in der Gruppe mit niedrigen Folat -und Vitamin-B12-Werten
im Blut mehr als zweifach so hoch wie in der Gruppe der Teilnehmer,
die hohe Blutwerte der beiden Vitamine aufwiesen.
War allein der Vitamin B12 Spiegel niedrig, erhöhte sich
das Risiko noch um 76 Prozent. Allerdings ließ ein niedriger
Folatspiegel alleine das Risiko nicht ansteigen. Nach Berücksichtigung
der Homocysteinspiegel der Teilnehmer wurde der Zusammenhang
abgeschwächt. Die Autoren gehen davon aus, dass sich
der positive Effekt zumindest teilweise auf den Einfluss der
beiden Vitamine auf den Homocysteinspiegel zurückführen
lässt. Ein niedriger Vitamin B12-Spiegel in Verbindung
mit einem niedrigen Folatspiegel ist ein entscheidender Risikofaktor
für Schlaganfälle und Durchblutungsstörungen.
Weitere Studien sind notwendig, um zu untersuchen, ob sich
die Gabe von Vitaminen - allein oder in kombinierter Form
- positiv auf die Gehirnfunktion auswirkt.
1Die EPIC-Studie (European Prospective Investigation into
Cancer and Nutrition) ist eine prospektive Studie, die 1992
begonnen hat und die Zusammenhänge zwischen Ernährung,
Krebs und anderen chronischen Erkrankungen wie Diabetes Typ
2 untersucht. An dieser Studie sind mehr als 20 Studienzentren
in 10 europäischen Ländern mit 519.000 Teilnehmern
beteiligt.
Quelle:
Pressemitteilung 12/2007 des Deutschen Instituts für
Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DifE)
Januar 2008
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