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Folsäure ist ein wasserlösliches B-Vitamin. Im Jahre 1941 gelang es
erstmalig, Folsäure aus Spinatblättern zu extrahieren.
Daher stammt auch der Name, der sich vom lateinischen Wort „folium“,
für „das Blatt“, ableitet. Lange Zeit fand das
Vitamin wenig Beachtung. Mit den neu gewonnenen Erkenntnissen zur
vorbeugenden Wirkung von bestimmten Erkrankungen gewinnt die Folsäure
jedoch mehr und mehr an Bedeutung.
Heute weiß man, dass Folsäure
eine Reihe von Funktionen im Stoffwechsel des menschlichen Körpers
zu erfüllen hat. In erster Linie ist sie für die Zellerneuerung
und das Zellwachstum verantwortlich.
Folsäure schützt vor
Neuralrohrdefekten (NRD), einer angeborenen Fehlbildung durch gestörte
Entwicklung des Rückenmarks und/oder des Gehirns während
der Embryonalentwicklung, d.h. in den ersten Wochen der Schwangerschaft.
NRD kann in zwei Formen auftreten, als Spina bifida die im Volksmund
auch als „offener Rücken“ bekannt ist, oder als
Anenzephalie, dem teilweisen oder vollständigen Fehlen des
Gehirns.
Eine weitere wichtige Funktion
der Folsäure ist die schützende Wirkung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Sie ist für den Abbau des gefäßschädigenden
Homocysteins im Blut mitverantwortlich. Somit kommt dem Vitamin
eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Herzinfarkt und Schlaganfall
zu.
In größeren Mengen
enthalten pflanzliche Lebensmittel und Leber das Vitamin Folsäure.
Besonders hohe Gehalte finden sich in Broccoli, Endiviensalat, Spinat
und Hühnerleber. In Deutschland lässt die Folsäure-Versorgung
zu wünschen übrig. Die Umsetzung der Empfehlungen gestaltet
sich schwierig, da bei der Zubereitung von Speisen durchschnittlich
ein Drittel des Vitamins zerstört wird. Im Einzelfall, wie
bei langem Erhitzen oder Warmhalten, können diese Verluste
auch weit darüber liegen. Die von der Deutschen Gesellschaft
für Ernährung empfohlene tägliche Menge von 400 µg
wird im Durchschnitt nicht erreicht.
Außerdem sollten Frauen schon vor der Schwangerschaft und
im ersten Drittel der Schwangerschaft 400 µg in Form von Präparaten
aufnehmen.
Eine Anreicherung von Grundnahrungsmitteln ist daher sehr sinnvoll,
um eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit
Folsäure zu erreichen.
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