Neuralrohrdefekte: Ablehnung der Folsäure-Anreicherung von Grundnahrungsmitteln bleibt nicht unwidersprochen

Schwangere Frau

Um die Rate an Neuralrohrdefekten bei Neugeborenen zu senken, werden bereits in 81 Ländern Grundnahrungsmittel mit Folsäure angereichert (1). Trotz der nachgewiesenen Erfolge findet die Anreicherung in Deutschland keine Zustimmung der Behörden. Im Jahr 2017 veröffentlichte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Stellungnahme zum Thema und kommt zu der Auffassung, dass es aufgrund von möglichen Risiken nicht empfehlenswert sei, Lebensmittel zusätzlich anzureichern (2). Prof. Dr. Rima Obeid, Universitätsklinikum des Saarlandes, und Prof. Dr. Klaus Pietrzik, Universität Bonn, (beide vom Arbeitskreis Folsäure & Gesundheit) kritisieren diese Stellungnahme als unzureichend. „Die Argumentation des BfR ist einseitig und offensichtlich verzerrt“, betont Obeid. „Mit einer ausreichenden Folsäureversorgung könnte etwa die Hälfte aller Neuralrohrdefekte und möglicherweise andere angeborene Anomalien deutlich reduziert werden. Diesem Aspekt wurde in der Stellungnahme des BFR nicht ausreichend Rechnung getragen.“ (3)

Folat vorbeugend einsetzen  

Pro Jahr sind in Deutschland etwa 1.000 Kinder von Neuralrohrdefekten betroffen. Das Neuralrohr bildet sich bereits in den ersten Schwangerschaftswochen. Daher sollten Frauen bereits ab Kinderwunsch pro Tag 0,4 mg Folat (z.B. Folsäure) zusätzlich zu der gewöhnten Ernährung zu sich nehmen, um zum Zeitpunkt der Empfängnis ausreichend versorgt zu sein (4). „Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die Mehrheit der Frauen (> 70%) in dieser kritischen Phase nicht genügend Folat aufnimmt, weder über die Nahrung noch über Nahrungsergänzungsmittel“, erklärt der Ernährungswissenschaftler Pietrzik. „Außerdem gibt es immer noch eine hohe Zahl von ungeplanten Schwangerschaften (ca. 50%). Um diese Frauen zu erreichen, wäre es sinnvoll, Grundnahrungsmittel mit Folsäure anzureichern.“ Dies empfiehlt auch die internationale Gesellschaft für Teratologie (5). Im Sommer 2017 schloss sich der wissenschaftlich beratende Ausschuss für Ernährung in Großbritannien dieser Empfehlung an (6).

Einschätzung des BfR zweifelhaft

Das BfR befürchtet eine Überschreitung der Unbedenklichkeitsgrenze für Folsäure von 1 mg pro Tag. Nehmen Patienten mit ausgeprägtem Vitamin B12 Mangel gleichzeitig zu große Mengen an Folsäure auf, bleibt der Mangel eventuell unerkannt. Über eine Maskierung der Vitamin B12 Mangel-Anämie wurde erst bei einer längerfristigen und relativ hohen Folsäuregabe von mehr als 5 mg am Tag berichtet (7,8).

Die Auffassung, dass das Krebsrisiko höher ist, wenn Menschen zu viel Folsäure einnehmen, wird kontrovers diskutiert. Die negativen Berichte beziehen sich auf Tierversuche mit sehr hohen Folsäure-Mengen. Oder aber, es handelt sich lediglich um Assoziationen aus klinischen Studien. Aus diesen Assoziationen lässt sich jedoch keine Kausalität ableiten. Prof. Pietrzik teilt diese Auffassung und erklärt: „Ein kausaler Zusammenhang zwischen Vitaminen und Krebs ist zweifelhaft und immer noch hoch umstritten. Die seit Jahrzehnten praktizierte Anreicherung mit Folsäure (in den USA seit 1998) zeigt eine effektive Wirkung in der Prävention und keine unerwünschte Wirkung auf Populationsebene. Demgegenüber stehen ganz klare Vorteile für die gesamte Bevölkerung.“ Neben den Vorteilen für die Entwicklung des ungeborenen Kindes, können durch angereicherte Lebensmittel die Folat-Mangel-Zustände beseitigt und auch das Schlaganfallrisiko gesenkt werden (9).

Methodische Mängel

Die Autoren kritisieren, dass das BfR für dessen Stellungnahme eine selektive und unvollständige Literaturrecherche durchgeführt habe: „Das entspricht nicht den Kriterien, die für eine solche Bewertung vorgeschrieben sind“, bemängelt Prof. Obeid „Die wichtige ethische Frage, ob wir schwere Behinderungen bei Kindern mit einer Lebensmittelanreicherung, die auch gleichzeitig kostengünstig ist, verhindern sollen, blieb gänzlich unbeachtet.“ Die Autoren und der AK Folsäure und Gesundheit empfehlen daher, dass vorhandene Studien neu und anhand definierter Qualitätskriterien bewertet werden.

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*Folat und Folsäure: Die verschiedenen folatwirksamen Verbindungen in Lebensmitteln bezeichnen Experten mit dem Sammelbegriff Folat(e). Folsäure ist die synthetische Form, die bei der Anreicherung von Lebensmitteln zugesetzt wird oder in Supplementen enthalten ist. Dabei handelt es sich um ein Provitamin, das im Körper erst durch metabolische Prozesse zu den bioaktiven Folat-Formen umgewandelt werden muss.


Quellen:

  1. Food Fortification Initiative (2018): Country Profiles for Grain Fortification. Online unter: http://www.ffinetwork.org/ country_profiles/index.php; Letzter Aufruf 24.9.2018.
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung (2017): Nutzen-Risiko-Abwägung einer flächendeckenden Anreicherung von Mehl mit Folsäure. Online unter: http://www.bfr.bund.de/cm/ 343/ nutzen-risiko-abwaegung-einer-flaechendeckenden-anreicherung-von-mehl-mit-folsaeure.pdf; Letzter Aufruf 24.9.2018.
  3. Obeid, R, Pietrzik, P (2018): Neuralrohrdefekte: Das Veto gegen Folsäure im Mehl sollte überdacht werden. Dtsch Arztebl; 115(27-28): A-1329 / B-1123 / C-1115. Online unter: https://www.aerzteblatt.de/archiv/198957/Neuralrohrdefekte-Das-Veto-gegen-Folsaeure-im-Mehl-sollte-ueberdacht-werden
  4. Obeid R, Pietrzik K, Oakley GP Jr, Kancherla V, Holzgreve W, Wieser S (2015): Preventable Spina Bifida and Anencephaly in Europe. Birth Defects Research (Part A): Clinical and Molecular Teratology 2015. Birth Defects Res A Clin Mol Teratol. 103(9):763-71.
  5. International Teratology Society (1997): Teratology Society Consensus Statement on Use of Folic Acid to Reduce the Risk of Birth Defects. Online unter: https://www.teratology.org/pubs /folicacid.pdf; Letzter Aufruf 24.9.2018.
  6. Scientifc Advisory Committe on Nutrition (2017): Update on folic acid. https://assets.publishing.service.gov.uk/government/ uploads/system/uploads/attachment_data/file/637111/SACN_Update_on_folic_acid.pdf; Letzter Aufruf 28.06 2018.
  7. Wald NJ, Morris JK, Blakemore C (2018): Public health failure in the prevention of neural tube defects: time to abandon the tolerable upper intake level of folate. Public Health Rev; 39:2.
  8. US Institute of Medicine Standing Committee on the Scientific Evaluation of Dietary Reference Intakes and its Panel on Folate, Other B Vitamins, and Choline (1998): Dietary Reference Intakes for Thiamin, Riboflavin, Niacin, Vitamin B6, Folate, Vitamin B12, Pantothenic Acid, Biotin, and Choline. Chapter 8: Folate. Washington D.C., National Academies Press; 196–305.
  9. Jenkins DJA, Spence JD, Giovannucci EL, et al. (2018): Supplemental Vitamins and Minerals for CVD Prevention and Treatment. J Am Coll Cardiol; 71:2570–84.

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Studie: Die Anreicherung von Mehl mit Folsäure könnte Psychosen bei Kindern verhindern

Backzutaten und Utensilien

Die Ergebnisse einer Studie des Massachusetts General Hospitals (MGH) der Harvard Medical School legen nah, dass Folsäure* das Risiko für psychische Störungen im Jugendalter verringert. Die Forscher hatten den Einfluss von Folsäure bei amerikanischen Kindern untersucht die vor, während und nach der Einführung der Folsäureanreicherung von Getreideprodukten in den USA geboren wurden. Sie fanden heraus, dass eine gute Versorgung mit dem B-Vitamin die Entwicklung der Großhirnrinde günstig beeinflusst (1). Experten empfehlen Frauen mit Kinderwunsch, auf ihre Folsäureversorgung zu achten, um das entstehende Kind vor schweren Fehlbildungen wie dem „offenen Rücken“, einem Defekt des Neuralrohrs, zu schützen. Bislang blieb jedoch die Frage, welchen Einfluss die Folsäureversorgung auf die Gehirnentwicklung des Kindes hat, noch unbeantwortet. Die vielversprechenden Daten des MGHs deuten an, dass eine ausreichende Folsäureversorgung noch weitere positive Einflüsse haben könnte.

1996 hatte die US-Regierung die Anreicherung von Getreideprodukten mit 140 μg Folsäure pro 100 g beschlossen. Seit 1998 ist diese verpflichtend. Dadurch sollte die Folsäureaufnahme, insbesondere bei Frauen im gebärfähigen Altern, erhöht werden. Eine ausreichende Versorgung mit Folsäure von Schwangeren, vor allem in den ersten Schwangerschaftswochen, beugt beim Embryo schweren Fehlbildungen vor. Seit Einführung der Folsäureanreicherung sind in den USA diese Fehlbildungen signifikant zurückgegangen (2). Eine Studie des MGH zeigt nun, dass auch die Häufigkeit psychologischer Erkrankungen durch eine ausreichende Folsäureversorgung gesenkt werden könnte (1).

„Die positiven Auswirkungen auf die Psyche sollten ein weiterer Grund für Frauen sein, rechtzeitig bei Kinderwunsch auf ihre Folsäureversorgung zu achten“, sagt Kinderarzt Dr. Burkhard Lawrenz Sprecher des Arbeitskreis Folsäure. „Für Frauen im gebärfähigen Alter wäre eine Anreicherung von Grundnahrungsmitteln sinnvoll. So könnten auch Kinder profitieren, deren Mütter ungeplant mit ihnen schwanger werden.“

Viel Folsäure – Dickere Großhirnrinde

Das MGH hatte unterschiedliche Gruppen von Kindern und Jugendlichen untersucht: Kinder, deren Mütter schwanger geworden waren bevor und nachdem die Folsäureanreicherung von Getreideprodukten eingeführt wurde. Die Forschenden maßen bei fast 300 Kindern die Dicke der Großhirnrinde, der äußersten Schicht des Gehirns. Durch normale Alterungsprozesse verringert sich die Dicke der Großhirnrinde ab einem Alter von ca. 6 Jahren. Das kann mittels einer Magnetresonanz Tomographie (MRT) sichtbar gemacht werden. Im Vergleich zeigte sich, dass die Dicke der Großhirnrinde langsamer abgenommen hatte, wenn die Kinder nach der Einführung der Folsäureanreicherung gezeugt worden waren. Wenn die Kinder noch vor der Einführung der Folsäureanreicherung geboren, hatten sie deutlich dünnere Großhirnrinden. Bei einer dritten Gruppe waren die Kinder in der Übergangsphase gezeugt worden – nach Beschluss der Einführung aber vor in Kraft treten der Folsäureanreicherung. Die Dicke der Großhirnrinde dieser Kinder lag genau zwischen den Ergebnissen der beiden anderen Gruppen. Aus diesem Grund vermuten die Forscher, dass Folsäure die Dicke der Großhirnrinde dosisabhängig beeinflusst (1).

Folsäure schützt vor psychischen Erkrankungen

Die verfrühte Verdünnung der Großhirnrinde steht mit einem erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen im Zusammenhang (3). Die ausreichende Versorgung mit Folsäure während der frühen Phase der Schwangerschaft könnte also bei den Kindern psychische Erkrankungen vorbeugen. Kohortenstudien aus Philadelphia und Washington D.C. bestätigten die Daten des MGH. Auf welche Weise Folsäure die Gehirnentwicklung beeinflusst ist jedoch noch nicht bekannt. Die Forschenden vermuten, dass Folsäure die Regulierung der Gene beeinflusst, die für die Entwicklung der Großhirnrinde verantwortlich sind (1).

Empfehlungen für eine bessere Versorgung

Um ihre Bevölkerung und besonders jüngere Frauen besser mit Folsäure zu versorgen, reichern bereits 81 Länder weltweit bestimmte Grundnahrungsmittel mit Folsäure an (5). Während in Europa die Bestrebungen für eine Anreicherung sehr verhalten sind (4), werden in den USA seit 1998 ausgewählte Mehlsorten angereichert. Mit gutem Ergebnis: Seitdem werden dort Neuralrohrdefekte nur noch etwa halb so oft wie vor Beginn der Anreicherung beobachtet (2, 6). In Deutschland können Verbraucher gezielt auf Nahrungsmittel achten, die Hersteller freiwillig mit Folsäure anreichern, wie etwa bestimmte Speisesalze, Backmischungen oder Frühstücksflocken. Das B‑Vitamin kommt außerdem natürlicherweise in Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten vor. Im Alltag wird davon jedoch meist zu wenig gegessen. „Die Entwicklung des Neuralrohrs und des Gehirns beginnt bereits in den ersten Schwangerschaftswochen“, sagt Dr. Lawrenz. „Daher sollten Frauen bereits vor der Schwangerschaft auf eine ausreichende Folatversorgung achten. Dies kann man in Deutschland am sichersten mit einem Nahrungsergänzungsmittel erreichen. Auch Frauen im gebärfähigen Alter sollten in ihrer Ernährung auf den Folatgehalt achten – falls sie ungeplant schwanger werden.“

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* Folat und Folsäure: Die verschiedenen folatwirksamen Verbindungen in Lebensmitteln bezeichnen Experten mit dem Sammelbegriff Folat(e). Folsäure ist die Bezeichnung für die Vitaminform, die bei der Anreicherung von Lebensmitteln zugesetzt wird oder in Supplementen enthalten ist.


Quellen:

1)       Erylmaz H, et al. (2018): Association of Prenatal Exposure to Population-Wide Folic Acid Fortification With Altered Cerebral Cortex Maturation in Youths. JAMA Psychiatry. 75(9):918-928.

2)       Obeid R, Oexle K, Rißmann A, Pietrzik K, Koletzko B. (2016): Folate status and health: challenges and opportunities. J Perinat Med. 1;44(3):261-8.

3)      Narr KL et al. (2005): Mapping cortical thickness and gray matter concentration in first episode schizophrenia. Cereb Cortex. 15(6):708-719.

4)      Obeid R, Pietrzik K, (2016): Neuralrohrdefekte: Das Veto gegen Folsäure im Mehl sollte überdacht werden. Dtsch Ärztebl. 115(27-28): A-1329 / B-1123 / C-1115.

5)      Food Fortification Initiative (2018): Country Profiles for Grain Fortification. Online unter:  http://www.ffinetwork.org/ country_profiles/index.php; Letzter Aufruf 24.9.2018.

6)      Obeid R, Pietrzik K, Oakley GP Jr, Kancherla V, Holzgreve W, Wieser S. (2015): Preventable Spina Bifida and Anencephaly in Europe. Birth Defects Research (Part A): Clinical and Molecular Teratology 2015. Birth Defects Res A Clin Mol Teratol. 103(9):763-71.

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Optimale Folatversorgung: Angereicherte Nahrungsmittel und Supplemente sollten sich ergänzen

Backzutaten und Utensilien

Das B-Vitamin Folat (auch: Folsäure*) schützt den Nachwuchs vor angeborenen Fehlbildungen, den sogenannten Neuralrohrdefekten, die durch die gestörte Entwicklung des Rückenmarks oder des Gehirns in den ersten Schwangerschaftswochen entstehen können. „Um Neuralrohrdefekte zu verhindern, wird bereits seit drei Jahrzehnten die präventive Einnahme von Folsäuretabletten für alle Frauen im gebärfähigen Alter empfohlen“, sagt Professor Berthold Koletzko.

Das B-Vitamin Folat (auch: Folsäure*) schützt den Nachwuchs vor angeborenen Fehlbildungen, den sogenannten Neuralrohrdefekten, die durch die gestörte Entwicklung des Rückenmarks oder des Gehirns in den ersten Schwangerschaftswochen entstehen können. „Um Neuralrohrdefekte zu verhindern, wird bereits seit drei Jahrzehnten die präventive Einnahme von Folsäuretabletten für alle Frauen im gebärfähigen Alter empfohlen“, sagt Professor Berthold Koletzko von der LMU-Universität München, Sprecher des Arbeitskreises Folsäure & Gesundheit (AK Folsäure). „Für die Verbesserung der Folatversorgung ist diese Empfehlung von zentraler Bedeutung – selbst dann, wenn Grundnahrungsmittel mit Folsäure angereichert werden“, ergänzt Koletzko. In den USA werden seit 1998 Getreideprodukte obligatorisch Folsäure enthalten, wodurch sich die Häufigkeit dieser angeborenen Fehlbildungen halbiert hat. Laut einer amerikanischen Ernährungserhebung haben aber dennoch fast ein Viertel der Frauen im gebärfähigen Alter zu geringe Folatspiegel im Blut (1). Die neueste Leitlinie des US-amerikanischen Präventionsausschusses bestätigt, dass alle Frauen möglichst einen Monat vor Beginn der Schwangerschaft mit der Einnahme von Folsäure beginnen sollten.

Bereits in etwa 80 Ländern: Folsäure-Anreicherung

Wissenschaftliche Studien in den 1980er und 1990er-Jahren zeigten, dass durch die Einnahme von Folsäuretabletten das Auftreten von Neuralrohrdefekten sank (2). Daraufhin wurde von Experten die Supplementation von Folsäure in Tablettenform empfohlen, was allerdings viele Frauen nicht umsetzten. Die Verantwortlichen in den USA und Kanada entschieden sich deshalb schon 1998, Nahrungsmittel mit Folsäure anzureichern. Seitdem enthalten bestimmte Getreideprodukte und dementsprechend alle daraus produzierten Nahrungsmittel 140 Mikrogramm Folsäure pro 100 Gramm. Mittlerweile geschieht eine solche Anreicherung in etwa 80 Ländern weltweit – mit Ausnahme Europas.

Jahrelange Anreicherung in den USA ohne negative Effekte

Mögliche Bedenken gegenüber einer Folsäureanreicherung von Grundnahrungsmitteln sind unbegründet. „Nachteilige Effekte haben sich nicht gezeigt“, betont Professor Koletzko. Die Sicherheit von Folsäure wurde in groß angelegten Untersuchungen bestätigt, zum Teil mit sehr hoher Dosierung von 2,5 mg Folsäure pro Tag (3). Auch die Daten aus den USA und in Kanada belegen die Sicherheit der seit zwei Jahrzehnten vorgenommenen Lebensmittelanreicherung. Die Anreicherung hat in Nordamerika zu einem deutlichen Rückgang von Neuralrohrdefekten geführt. Dort werden 5 bis 6 Fälle pro 10.000 Schwangerschaften verzeichnet (4). In Europa dagegen ist die Rate mit etwa 9 Fällen pro 10.000 Schwangerschaften seit vielen Jahren unverändert hoch, mit unendlichem Leid für betroffene Kinder und ihre Familien (5).

Besteht der Wunsch nach einer Schwangerschaft, sollten Frauen also immer beides tun: Folsäure supplementieren und, soweit vorhanden, mit Folsäure angereicherte Nahrungsmittel verwenden. Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass in Deutschland etwa 95 Prozent der Frauen zwischen 18 und 49 Jahren mit Blick auf eine Schwangerschaft nicht adäquat mit Folsäure/Folat versorgt sind (6). „Diese ernüchternden Zahlen machen deutlich, dass auch hierzulande beide Maßnahmen, also Folsäuresupplemente und angereicherte Nahrungsmittel, Hand in Hand gehen sollten, damit Frauen optimal für eine mögliche Schwangerschaft versorgt sind“, erklärt Koletzko. Frauen mit Kinderwunsch wird empfohlen, täglich ein Präparat mit mindestens 400 Mikrogramm Folsäure einzunehmen. Daneben rät der AK Folsäure zu einer folatreichen Ernährung mit Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten sowie angereicherten Lebensmitteln, in Deutschland etwa Speisesalze, Backmischungen oder Frühstücksflocken.

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* Folat und Folsäure: Die verschiedenen folatwirksamen Verbindungen in Lebensmitteln bezeichnen Experten mit dem Sammelbegriff Folat(e). Folsäure ist die Bezeichnung für die Vitaminform, die bei der Anreicherung von Lebensmitteln zugesetzt wird oder in Supplementen enthalten ist.


Quellen:

1)US Preventive Services Task Force (2017): Folic Acid Supplementation for the Prevention of Neural Tube Defects: US Preventive Services Task Force Recommendation Statement. JAMA. 317(2):183-189. doi: 10.1001/jama.2016.19438
2)MRC Vitamin Study Research Group (1991): Prevention of neural tube defects: results of the Medical Research Council Vitamin Study. Lancet. 1991;338 (8760):131-137.
3)Vollset et al. (2013): Effects of folic acid supplementation on overall and site-specific cancer incidence during the randomized trials: meta-analyses of data on 50,000 individuals. Lancet. Mar 23;381(9871):1029-36.
4)Obeid R, Oexle K, Rißmann A, Pietrzik K, Koletzko B (2016): Folate status and health: challenges and opportunities. J Perinat Med. Apr 1;44(3):261-8. doi: 10.1515/jpm-2014-0346.
5)Khoshnood et al. (2015): Long term trends in prevalence of neural tube defects in Europe: population based study. BMJ; 351 doi: http://dx.doi.org/10.1136/bmj.h5949.
6)Mensink GBM, Weißenborn A, Richter A (2016): Folat. In: Deut-sche Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.): 13. Ernährungsbericht. Bonn, 47-51

24. August 2017

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Verbraucher-Tipp: Bohnen, Linsen, Kichererbsen und Co – Hülsenfrüchte liefern viel Folat

Hülsenfrüchte in Jutebeuteln

Ob Bohnen, Linsen oder Kichererbsen – Hülsenfrüchte gibt es in vielen verschiedenen Sorten und Formen. Sie enthalten nicht nur wertvolles pflanzliches Eiweiß und bis zu 20 Prozent Ballaststoffe, sondern zeichnen sich auch durch einen hohen Folatgehalt aus.

Ob Bohnen, Linsen oder Kichererbsen – Hülsenfrüchte gibt es in vielen verschiedenen Sorten und Formen. Sie enthalten nicht nur wertvolles pflanzliches Eiweiß und bis zu 20 Prozent Ballaststoffe (1), sondern zeichnen sich auch durch einen hohen Folatgehalt aus. Zum Beispiel stecken in Kichererbsen etwa 340 Mikrogramm Folat und in Linsen etwa 170 Mikrogramm Folat pro 100 Gramm. Folat (auch: Folsäure*) ist ein B-Vitamin, das der Körper zur Bildung neuer Zellen benötigt. Folat spielt eine wichtige Rolle bei der gesunden Entwicklung des Embryos im Mutterleib, besonders in den ersten Wochen der Schwangerschaft. Außerdem kann eine gute Folatversorgung die Bevölkerung allgemein vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen (2, 3, 4).

Für eine folatreiche Ernährung empfiehlt der Arbeitskreis Folsäure & Gesundheit neben Hülsenfrüchten Obst, Gemüse und Vollkornprodukte auf den täglichen Speiseplan zu setzen. Außerdem sollten Verbraucher mit Folsäure angereicherte Nahrungsmittel, wie Speisesalze, Backmischungen oder Frühstücksflocken, verzehren. Zusätzlich wird Frauen ab Kinderwunsch empfohlen, täglich ein Folsäure-Präparat mit mindestens 400 Mikrogramm einzunehmen.


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* Folat und Folsäure: Die verschiedenen folatwirksamen Verbindungen in Lebensmitteln bezeichnen Experten mit dem Sammelbegriff Folat(e). Folsäure ist die Bezeichnung für die Vitaminform, die bei der Anreicherung von Lebensmitteln zugesetzt wird oder in Supplementen enthalten ist.


Quellen:

1)http://eatsmarter.de/lexikon/warenkunde/huelsenfruechte (aufgerufen am 03.07.2017)
2)Pfeiffer CM, Hughes JP, Lacher DA, Bailey RL, Berry RJ, Zhang M, et al. Estimation of trends in serum and RBC folate in the U.S. population from pre- to postfortification using assay-adjusted data from the NHANES 1988–2010. J Nutr. 2012;142:886–93.
3)Pfeiffer CM, Osterloh JD, Kennedy-Stephenson J, Picciano MF, Yetley EA, Rader JI, et al. Trends in circulating concentrations of total homocysteine among US adolescents and adults: findings from the 1991–1994 and 1999–2004 National Health and Nutrition Examination Surveys. Clin Chem. 2008;54:801–13.
4)Yang Q, Botto LD, Erickson JD, Berry RJ, Sambell C, Johansen H, et al. Improvement in stroke mortality in Canada and the Unit-ed States, 1990 to 2002. Circulation 2006;113:1335–43.

24. August 2017

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Sommerzeit ist Beerenzeit: Gesund und folatreich naschen

Waldbeeren

Nach den Erdbeeren, die in der Frühlingssonne bereits seit Mai reifen, zeigen jetzt die fast schwarzen Früchte der Brombeere: Es ist Sommer! Seit Juli sind die aromatischen Leckerbissen aus heimischem Anbau erhältlich.

Nach den Erdbeeren, die in der Frühlingssonne bereits seit Mai reifen, zeigen jetzt die fast schwarzen Früchte der Brombeere: Es ist Sommer! Seit Juli sind die aromatischen Leckerbissen aus heimischem Anbau erhältlich. Sie überzeugen nicht nur als schmackhafte Zutat für die leichte Sommerküche, sondern sind auch äußerst gesund. „Neben viel Vitamin A und C steckt in den süßen Früchten reichlich Folat – ein B-Vitamin, das unser Körper benötigt, um neue Zellen zu bilden und das außerdem die Blutgefäße schützen kann“, sagt Prof. Dr. Jürgen Stein, stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises Folsäure und Gesundheit (www.ak-folsaeure.de). Die Beeren seien somit genau die richtige Wahl für alle, die fit und gesund durch die warme Jahreszeit kommen wollten.

Brombeere – vielseitig und lecker

Dass die Brombeere, die zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört, ein besonderes Plus für die Gesundheit bieten, wussten bereits die alten Griechen und schätzten sie als Heilmittel. Heutzutage ist die Pflanze in gemäßigten Zonen weltweit verbreitet und z.B. auch in deutschen Gärten als Obstlieferant für die ganze Familie beliebt. Die süß-säuerlichen Früchtchen eignen sich bestens für eine leichte Erfrischung an heißen Sommertagen – ob pur, als Smoothie oder in Fruchtsalat und Müsli. Durch ihre dunklen Pflanzenfarbstoffe, sogenannte Anthocyane, verleihen Brombeeren Joghurt oder Quark außerdem eine interessante bläuliche Färbung. Und natürlich schmecken sie hervorragend als Marmelade oder Kompott.[1,2]

Süßes Beerenobst – folatreich, aber empfindlich

Die Beeren sind nicht nur vielfältig einsetzbar, sondern spielen – ebenso wie Erdbeeren, Kirschen oder Apfelsinen [3] – auch in Sachen Folat in der oberen Liga: In 100 Gramm des dunklen Beerenobstes stecken etwa 34 Mikrogramm von dem lebenswichtigen B-Vitamin, das unser Körper für alle Wachstums- und Entwicklungsprozesse benötigt. Brombeeren enthalten damit zwar weniger Folat als manches Gemüse (wie folatreicher Grünkohl mit 187 Mikrogramm pro 100 Gramm). Jedoch haben sie einen entscheidenden Vorteil, wie Stein erklärt: „Brombeeren – genauso wie andere Obstsorten – werden und sollten möglichst oft ungekocht verzehrt werden. Dieser Griff zur Rohkost lohnt sich, denn schließlich ist Hitze ein wesentlicher Gegner des empfindlichen Folats.“ Damit die Brombeeren nicht nur vitaminreich, sondern auch ansehnlich auf den Teller kommen, sollten Verbraucher beim Kauf pralle und knackige Exemplare bevorzugen. Vor dem Verzehr lediglich unter einem schwachen Wasserstrahl abbrausen. Auch eine längere Lagerung ist nicht empfehlenswert – maximal ein bis zwei Tage im Kühlschrank. Aber: Wer mit vollen Körben von der sommerlichen Brombeer-Ernte nach Hause zurückkehrt, kann getrost Platz in der Gefriertruhe schaffen. Die Früchtchen lassen sich gut einfrieren – so bleiben die Vitamine erhalten für kältere Tage.

Tipps für bessere Folatversorgung

Brombeeren als folatreiche Früchte können dem Ernährungsexperten Stein zufolge dabei helfen, den von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Tageswert für Folat [4] zu erreichen (Erwachsene: 300 Mikrogramm, Schwangere bzw. Stillende: 550 bzw. 450 Mikrogramm). „Generell sollten Verbraucher für eine ausreichende Folatversorgung möglichst häufig Obst, Gemüse und Vollkornprodukte auf den Speiseplan setzen. Aber auch wenn dieses Wissen bei vielen Deutschen vorhanden ist, gelingt die praktische Umsetzung im Alltag oft nicht“, erklärt Stein. So nehme die Hälfte weniger als 200 Mikrogramm Folat pro Tag zu sich.[5] Daher empfehle der Arbeitskreis, neben einer gesunden folatreichen Ernährung im Haushalt mit Folsäure angereicherte Grundnahrungsmittel (wie Speisesalze, Backmischungen oder Frühstücksflocken) zu verwenden. Wichtig für eine zuverlässige Versorgung sei, dass diese Lebensmittel regelmäßig und in möglichst gleichbleibenden Mengen verzehrt werden.


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* Folat und Folsäure: Die verschiedenen folatwirksamen Verbindungen in Lebensmitteln bezeichnen Experten mit dem Sammelbegriff Folat(e). Folsäure ist die Bezeichnung für die Vitaminform, die bei der Anreicherung von Lebensmitteln zugesetzt wird oder in Supplementen enthalten ist.


Quellen:

1)Apotheken-umschau.de: Brombeere: Beerenstarker Genuss (abgerufen am 25.05.2015)
2)Food-monitor.de: Beerenfrüchte – das Leckerste am Sommer (abgerufen am 28.05.2015)
3)Arbeitskreis Folsäure & Gesundheit: Folatvorkommen in verschiedenen Lebensmitteln (siehe: https://www.ak-folsaeure.de/bauteile/texte/akf_tabelle_folatvorkommen.pdf)
4)Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Kapitel Folat. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. 1. Auflage, 5. korrigierter Nachdruck, 2013, www.dge.de/pdf/ws/Referenzwerte-2013-Folat.pdf
5)Krems C, Walter C, Heuer T, Hoffmann I: Lebensmittelverzehr und Nährstoffzufuhr – Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie II. In: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.): 12. Ernährungsbericht 2012. Bonn (2012) 40-85

30. Juni 2016

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Arbeitskreis Folsäure & Gesundheit: Aktuelles Konsensuspapier zur präventiven Bedeutung von Folsäure/Folat

Strukturformel Folsäure

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Ein stärkeres Bewusstsein für die immer noch unzureichende Folatversorgung in Deutschland fordert der Arbeitskreis Folsäure und Gesundheit in seinem neuen Konsensuspapier „Folatstatus und Gesundheit“ [1]. Es ist jetzt im „Journal of Perinatal Medicine“ erschienen. „Wir brauchen politisches Engagement, um die Folatversorgung der Bevölkerung und auch das Wissen darüber zu verbessern“, sagt der Sprecher des Arbeitskreises, Prof. Dr. Berthold Koletzko. Die Autoren um Prof. Dr. Rima Obeid bewerten die gesundheitlichen Vorteile des Vitamin B9, insbesondere rund um die Schwangerschaft. Sie appellieren, auch in Europa Grundnahrungsmittel mit Folsäure anzureichen. „Internationale Erfahrungen zeigen, dass dies die Häufigkeit schwerer Fehlbildungen bei Kindern im Mutterleib deutlich vermindern kann“, so Obeid.

Prävention durch Folsäure-Anreicherung

Das Konsensuspapier verweist auf das Beispiel von über 70 Ländern weltweit, z.B. den USA oder Kanada, die Grundnahrungsmittel mit Folsäure anreichern. „Dadurch sank dort die Häufigkeit von angeborenen Neuralrohrdefekten um mehr als die Hälfte“, sagt Prof. Obeid. Aber auch die gesamte Bevölkerung habe durch einen verbesserten Folatstatus von der Maßnahme profitieren können. Beispielsweise sei der durchschnittliche Blutspiegel von Homocystein, einem möglicherweise gefäßschädigendem Stoffwechselprodukt, und auch die Schlaganfall-Häufigkeit gesunken [2,3,4]. Die Anreicherungsprogramme haben sich Obeid zufolge als sichere und wirksame Präventionsoption bewährt. „Lediglich durch die Empfehlung, mehr Obst, Gemüse und Vollkorn zu verzehren, lässt sich eine Reduktion der Schwangerschaften mit Neuralrohrdefekten nicht erzielen, so lange wie der Blut-Folatspiegel nicht im optimalen Bereich liegt“, so die Wissenschaftlerin. Politischen Handlungsbedarf sehen die Experten nicht nur bei der Aufklärung junger Frauen, sondern auch bei der aktiven Unterstützung einer angemessen dosierten Folsäureanreicherung geeigneter Grundnahrungsmittel und einer Beobachtung damit erzielter Effekte.

In Deutschland werden bislang nur vereinzelt Grundnahrungsmittel mit Folsäure angereichert. Der Arbeitskreis Folsäure und Gesundheit (www.ak-folsaeure.de) empfiehlt Verbrauchern, diese bei der Lebensmittelzubereitung im Haushalt zu verwenden.

Deutschland: Unzureichende Folataufnahme

Die Deutschen nehmen nach wie vor zu wenig Folsäure/Folat* zu sich, heißt es im Konsensuspapier des Arbeitskreises Folsäure und Gesundheit. Bei jedem Zweiten sind es statt der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen 300 Mikrogramm weniger als 200 Mikrogramm täglich. Insbesondere für Frauen mit Kinderwunsch ist dies unzureichend: Denn auch in dem normalen Bereich des Blut-Folatspiegels gilt: Je höher die mütterliche Folatversorgung, desto niedriger das Risiko, dass der Embryo einen sogenannten Neuralrohrdefekt entwickelt (z.B. „offener Rücken“ und ähnliche Fehlbildungen von Gehirn und Rückenmark). Davon treten jährlich 700 bis 1.000 Fälle in Deutschland auf. Mindestens 50 Prozent der Fälle wären einfach zu vermeiden, wenn alle Frauen rechtzeitig vor der Empfängnis ausreichend Folat oder Folsäure zu sich nähmen – durch folatreiche Nahrung, angereicherte Grundnahrungsmittel und Supplemente.

Der Arbeitskreis fordert: Folatversorgung auf die politische Agenda

Die Folatversorgung der deutschen Bevölkerung soll in den Fokus der öffentlichen Gesundheitsförderung rücken. Denn die bisherigen Empfehlungen zur Folsäure-Prophylaxe rund um die Schwangerschaft haben in den letzten zehn Jahren weder dazu geführt, dass mehr Frauen mit Kinderwunsch das Vitamin einnehmen, noch dass die Zahlen der von Neuralrohrdefekt betroffenen Schwangerschaften zurückgehen.

In Deutschland gibt es noch keine verpflichtende Anreicherung von Grundnahrungsmitteln, wie beispielsweise von Mehl in den USA. Aber Frauen können jetzt schon selbst vorsorgen: Frauen sollten ab Kinderwunsch ein Nahrungsergänzungsmittel mit Folsäure einnehmen (min. 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag). Sie sollten zudem auf eine folatreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten achten sowie die heute angebotenen, mit Folsäure angereicherten Grundnahrungsmittel im Haushalt nutzen (z.B. Speisesalze, Backmischungen oder Frühstücksflocken mit Folsäure).

Der Arbeitskreis Folsäure und Gesundheit setzt sich dafür ein, die Öffentlichkeit und Risikogruppen – wie z.B. Frauen mit Kinderwunsch – zu dem präventiven Nutzen des Vitamin B9 aufzuklären. Interessierte Fachkräfte oder Verbraucher können das neue Konsensuspapier beim Arbeitskreis anfordern (info@ak-folsaeure.de).


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Hier finden Sie das aktuelle Konsensuspapier zur präventiven Bedeutung von Folsäure/Folat als PDF:

Rima Obeid, Konrad Oexle, Anke Rißmann, Klaus Pietrzik, Berthold Koletzko. Folate status and health: challenges and opportunities. J. Perinat. Med. 2015.

DOI: 10.1515/jpm-2014-0346

* Folat und Folsäure: Die verschiedenen folatwirksamen Verbindungen in Lebensmitteln bezeichnen Experten mit dem Sammelbegriff Folat(e). Folsäure ist die Bezeichnung für die Vitaminform, die bei der Anreicherung von Lebensmitteln zugesetzt wird oder in Supplementen enthalten ist.


Quellen:

1)Rima Obeid, Konrad Oexle, Anke Rißmann, Klaus Pietrzik, Berthold Koletzko. Folate status and health: challenges and opportunities. J. Perinat. Med. 2015; aop (http://www.degruyter.com/view/j/jpme.ahead-of-print/jpm-2014-0346/jpm-2014-0346.xml)
2)Pfeiffer CM, Hughes JP, Lacher DA, Bailey RL, Berry RJ, Zhang M, et al. Estimation of trends in serum and RBC folate in the U.S. population from pre- to postfortification using assay-adjusted data from the NHANES 1988–2010. J Nutr. 2012;142:886–93.
3)Pfeiffer CM, Osterloh JD, Kennedy-Stephenson J, Picciano MF, Yetley EA, Rader JI, et al. Trends in circulating concentrations of total homocysteine among US adolescents and adults: findings from the 1991–1994 and 1999–2004 National Health and Nutrition Examination Surveys. Clin Chem. 2008;54:801–13.
4)Yang Q, Botto LD, Erickson JD, Berry RJ, Sambell C, Johansen H, et al. Improvement in stroke mortality in Canada and the Unit-ed States, 1990 to 2002. Circulation 2006;113:1335–43.

02. September 2015

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Nutzen bestätigt: Folsäure wirksam in der primären Prävention von Schlaganfall

Paar am Strand

Eine gute Versorgung mit Folsäure und Folat* nützt nicht nur Frauen rund um die Schwangerschaft, sondern beugt auch Schlaganfällen vor. Dies haben Forscher erneut bestätigt.

Eine gute Versorgung mit Folsäure und Folat* nützt nicht nur Frauen rund um die Schwangerschaft, sondern beugt auch Schlaganfällen vor. Dies haben Forscher erneut bestätigt: In einer großen Studie [1] senkte das Vitamin B9 bei Bluthochdruck-Patienten das Risiko für den sogenannten Hirninfarkt um mehr als 20 Prozent. Der schützende Effekt war dabei so signifikant, dass die Studie vorzeitig beendet wurde. „Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, die Aufnahme von Folsäure bzw. Folat auch in Deutschland nachhaltig zu verbessern“, schlussfolgert Prof. Dr. Berthold Koletzko, Sprecher des Arbeitskreises Folsäure und Gesundheit (www.ak-folsaeure.de).

Schlaganfall ist hierzulande die dritthäufigste Todesursache.[2] Die Gefahr, an dieser plötzlich auftretenden Durchblutungsstörung des Gehirns zu erkranken, steigt beispielsweise durch einen ungesunden Lebensstil, Bluthochdruck oder einen hohen Spiegel an Homocystein im Blut. Dieses Stoffwechselprodukt steht im Verdacht, die Gefäße zu schädigen. Da Folsäure den Homocystein-Wert reduziert, wurde ihr Nutzen für die Schlaganfall-Prävention schon vielfach diskutiert. So ergab im Jahr 2012 beispielsweise eine große Meta-Analyse, dass B-Vitamine wie Folsäure, B6 und B12 das Risiko bei Menschen mit Gefäßerkrankungen signifikant um 12 Prozent senken können.[3] Jetzt wurde dieser Effekt von Forschern um Dr. Yong Huo1 auch bei Personen ohne vorherige kardiovaskuläre Erkrankung bestätigt – und zwar mit Folsäure allein.

Studie belegt Schutz durch Folsäure-Supplementierung

An der groß angelegten sogenannten Primärpräventionsstudie nahmen 20.702 Probanden aus zwei chinesischen Provinzen teil. Die 45- bis 75-Jährigen hatten allesamt einen erhöhten Blutdruck, jedoch noch keinen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten. Es zeigte sich, dass bei denjenigen Studienteilnehmern, die einen Blutdrucksenker kombiniert mit 800 µg Folsäure pro Tag erhielten, um 21 Prozent seltener ein Schlaganfall auftrat als bei Probanden mit alleiniger Gabe des Blutdrucksenkers. Besonders effektiv – um 24 Prozent – konnte das Risiko für den sogenannten ischämischen Schlaganfall gesenkt werden. Dieser ist für etwa 80 Prozent aller Hirninfarkte verantwortlich und entsteht aufgrund von verschlossenen Blutgefäßen. Insgesamt profitierten die Teilnehmer von der Folsäure-Einnahme so eindeutig, dass die Wissenschaftler die Studie vorzeitig beendeten.

Weitreichende Konsequenzen für Schlaganfall-Prävention

Prof. Dr. Rima Obeid zufolge bestätigt die aktuelle Untersuchung nicht nur frühere Erkenntnisse zum präventiven Effekt von Folsäure, sondern bietet noch mehr. „Das Besondere ist, dass Dr. Huo und seine Kollegen erstmals die schützende Wirkung bei gesunden Menschen ohne Gefäßerkrankungen untersucht haben und dass erstmals nur das Vitamin Folsäure gegeben wurde. In allen anderen vergleichbaren Studien erhielten die Probanden eine Kombination aus Folsäure, Vitamin B12 und B6.“ Laut Obeid seien die Ergebnisse zudem auf europäische Verhältnisse übertragbar. Andere Kommentatoren der Studie wie Dr. Stampfer und Dr. Willet aus Boston [4] gehen davon aus, dass die Ergebnisse weitreichende Folgen für die globale Schlaganfall-Prävention haben werden. Und sie halten es für wahrscheinlich, dass sich der protektive Effekt von Folsäure auch auf Menschen ohne Bluthochdruck übertragen lässt. Im Zuge dessen fordern sie eine bessere Versorgung – über gezielte Supplementierung oder die Folsäure-Anreicherung von Lebensmitteln, wie dies z.B. die USA praktizieren.

So lässt sich die Versorgung verbessern

„Die amerikanischen Centres for Disease Control (CDC) gehen davon aus, dass in den USA die Folsäure-Anreicherung von Mehl jährlich schätzungsweise 50.000 kardiovaskuläre Todesfälle durch Schlaganfall und Herzinfarkt verhindert“, erklärt Koletzko. Auch hierzulande sei es notwendig, die Folatversorgung zu verbessern. Denn nach wie vor nähme die Hälfte aller Deutschen nur unzureichende Mengen des Vitamin B9 zu sich – nämlich statt der empfohlenen 300 weniger als 200 Mikrogramm täglich.[5,6] Der Sprecher des Arbeitskreises Folsäure und Gesundheit rät deshalb allen Verbrauchern, auf eine gesunde Ernährung zu achten: „Viel Folat steckt in frischem Obst und Gemüse wie Blattsalaten, Spinat, Kohlgemüse, Tomaten oder Beerenfrüchten. Davon am besten fünf Portionen täglich essen.“ Außerdem sollten im Haushalt, wo bereits Angebote verfügbar sind, mit Folsäure angereicherte Grundnahrungsmittel verwendet werden (z.B. Speisesalze, Backmischungen oder Frühstücksflocken). Für Frauen mit Kinderwunsch gelte zudem, dass sie Folsäure-Tabletten (mit mindestens 400 Mikrogramm/Tag) aus der Apotheke einnehmen sollten.

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Quellen:

1)Huo Y et al. Efficacy of Folic Acid Therapy in Primary Prevention of Stroke Among Adults With Hypertension in China. JAMA. 2015 Mar 15. doi: 10.1001/jama.2015.2274
2)Heuschmann PU et al.: Schlaganfallhäufigkeit und Versorgung von Schlaganfallpatienten in Deutschland. Akt Neurol 2010; 37:333-340
3)Huang T et al.: Meta-analysis of B vitamin supplementation on plasma homo-cysteine, cardiovascular and all-cause mortality. Clin Nutr 2012; 31(4): 448-454
4)Stampfer M, Willett W. Folate Supplements for Stroke Prevention: Targeted Trial Trumps the Rest. JAMA. 2015 Mar 15. doi: 10.1001/jama.2015.1961
5)Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Kapitel Folat. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. 1. Auflage, 5. korrigierter Nachdruck, 2013, www.dge.de/pdf/ws/Referenzwerte-2013-Folat.pdf
6)Krems C, Walter C, Heuer T, Hoffmann I: Lebensmittelverzehr und Nährstoffzufuhr – Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie II. In: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.): 12. Ernährungsbericht 2012. Bonn (2012) 40-85

02. September 2015

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Folatreicher Grünkohl – das gesunde Trendgemüse endlich wieder frisch vom heimischen Feld

Frischer Grünkohl

Die Grünkohlsaison hat begonnen. Das Trendgemüse ist nicht nur sehr schmackhaft, sondern auch äußerst gesund. Was viele nicht wissen: Grünkohl zählt zu den Top-Folat-Lieferanten.

Die Grünkohlsaison hat begonnen: Traditionell wird sie mit dem ersten Frost eingeläutet, doch kann das Trendgemüse, das in den USA einen anhaltenden Verzehrboom erlebt, auch schon vorher geerntet werden. Seine Vorteile: Es ist nicht nur sehr schmackhaft, sondern auch äußerst gesund, da es einen hohen Gehalt an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen aufweist. Was viele nicht wissen: „Grünkohl zählt zu den Top-Folat-Lieferanten“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Stein, stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises Folsäure und Gesundheit (www.ak-folsaeure.de). „Das B-Vitamin benötigt der Körper für Wachstumsprozesse, die Zellteilung und Blutbildung. Embryos im Mutterleib schützt es vor schweren Fehlbildungen.“ Es sei deshalb wichtig, die Versorgung mit Folsäure/Folat* über gesunde Ernährung, angereicherte Grundnahrungsmittel (zum Beispiel entsprechend angebotene Speisesalze) und gegebenenfalls mit Supplementen zu optimieren.

Ein „Superfood“ auf dem Vormarsch
Zu einer gesundheitsbewussten Ernährungsweise passt Grünkohl ideal. Das ist auch in den USA bekannt, wo er derzeit eine wahre Renaissance erlebt. „Kale“, wie Grünkohl dort genannt wird, ist mittlerweile zum so genannten „Superfood“ aufgestiegen. Der Grünkohlgenuss vereint ein würzig-herbes mit einem süßlichen Geschmackserlebnis. Denn die Kälte bzw. der Frost bei der Ernte sorgen dafür, dass der Zuckerabbau in den Blättern gehemmt wird. So ist Grünkohl der Renner auf den Speisekarten und Gemüsemärkten von New York bis Hollywood. Dabei wird er dort weniger deftig mit Mettwurst oder Schweinebacke wie hierzulande genossen, sondern vor allem in seiner leichten, kalorienarmen Version: in Form verschiedener Grünkohl-Salatvariationen oder als Grünkohl-Smoothie. So empfiehlt die Hollywood-Schauspielerin Gwyneth Paltrow das Blattgemüse bereits zum Frühstück als Saft im Mix mit Zitrone, Apfel, Zimt und Minze. Der neueste Diät-Trend: Grünkohlchips als Alternative zu fetthaltigen Kartoffelchips. Dazu werden die Blätter zum Beispiel mit einer Marinade aus Paprika, Walnüssen, Ahornsirup, Nährhefe, Zitronensaft, Salz und Cayennepfeffer gewürzt und anschließend knusprig gebacken.1,2 Nach dieser Zubereitung ist der Folatgehalt allerdings stark reduziert.

Grünkohl: Folat-Star unter den Gemüsesorten
Als Tagesbedarf an Folat nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 300 Mikrogramm täglich. Schwangere und Stillende benötigen deutlich mehr, nämlich 550 bzw. 450 Mikrogramm.3 „Die Hälfte aller Deutschen nimmt jedoch weniger als 200 Mikrogramm zu sich“, sagt der Ernährungsexperte Stein. Grünkohl sei unter den Gemüsesorten und Hülsenfrüchten neben Kichererbsen, Linsen und Spinat besonders folatreich und könne helfen, die Versorgung mit dem für den Körper so wichtigen Vitamin zu verbessern. Neben reichlich Calcium, Vitamin C und Eisen enthalte das Wintergemüse 187 Mikrogramm Folat pro 100 Gramm (in ungekochtem Zustand).

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* Folat und Folsäure: Die verschiedenen folatwirksamen Verbindungen in Lebensmitteln bezeichnen Experten mit dem Sammelbegriff Folat(e). Folsäure ist die Bezeichnung für die Vitaminform, die bei der Anreicherung von Lebensmitteln zugesetzt wird oder in Supplementen enthalten ist.


Quellen:

1)Industrieverband Agrar: Wintergemüse will Kultstatus – der Grünkohl, Link (abgerufen am 18.09.2014)
2)DiePresse.com: Kale: Der coole Kohl aus Amerika, Link (abgerufen am 18.09.2014)
3)Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Kapitel Folat. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. 1. Auflage, 5. korrigierter Nachdruck, 2013, Link

06. November 2014

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Arbeitskreis Folsäure und Gesundheit klärt auf: Tipps für eine bessere Folatversorgung

Frau die Gemüse schneidet

Auf eine gute Versorgung mit Folsäure/Folat* sollten Menschen jeden Alters achten. Das B-Vitamin wird von unserem Organismus benötigt, damit neue Zellen entstehen und wachsen können. Embryos im Mutterleib schützt es vor schweren Fehlbildungen. Zudem trägt es dazu bei, den gefäßschädigenden Stoff Homocystein im Blut zu reduzieren. Um besser versorgt zu sein, helfen folgende Ratschläge des Arbeitskreises Folsäure und Gesundheit (www.ak-folsaeure.de).

Bunte Vielfalt: Ideal sind fünf Portionen Obst und Gemüse täglich – am besten möglichst abwechslungsreich und farbenfroh wie Tomaten, Orangen oder Spinat. Auch Kohlgemüse und Hülsenfrüchte punkten als Top-Folat-Quellen.

Kalte Küche: Der Griff zu Rohkost lohnt sich. Werden Obst und Gemüse nicht gekocht und erst kurz vor dem Verzehr geschnitten, bleibt maximal viel Folat erhalten. Ins Kochwasser kann ein Großteil des B-Vitamins übergehen, deshalb lieber mit wenig Flüssigkeit kochen oder dämpfen bzw. dünsten. Außerdem langes Warmhalten vermeiden.

Kraft aus vollem Korn: Vollkorn schlägt Weißmehl mit einem bis zu 50 Prozent höherem Folatgehalt. Denn besonders viele Vitamine stecken in Schale und Keimling des Korns, die bei der Herstellung von Weißmehl entfernt werden.

Wenn lagern, dann richtig: Obst und Gemüse am besten frisch genießen, da Folat eine licht- und luftscheue Mimose ist. Wer auf Vorrat kauft, sollte ausreichend Platz im Kühlschrank schaffen. Eine gute Alternative, wenn’s schnell gehen muss: Tiefkühlware (wird erntefrisch eingefroren und die Vitamine bleiben erhalten).

Lebensmittel plus: Mit Folsäure angereicherte Grundnahrungsmittel (zum Beispiel Speisesalze mit Folsäure) können eine gesunde Ernährung ergänzen und helfen, den empfohlenen Tageswert für Folsäure/Folat zu erreichen. Auch beim Kochen und Backen bleibt die zugesetzte Folsäure weitgehend erhalten.

Supplemente zur Schwangerschaftsvorsorge: Frauen mit Kinderwunsch wird zum Beispiel von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin oder von der Deutschen Gesellschaft Gynäkologie und Geburtshilfe geraten, zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung täglich ein Präparat mit mindestens 400 µg Folsäure einzunehmen – wenigstens bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels.1

* Folat und Folsäure: Die verschiedenen folatwirksamen Verbindungen in Lebensmitteln bezeichnen Experten mit dem Sammelbegriff Folat(e). Folsäure ist die Bezeichnung für die Vitaminform, die bei der Anreicherung von Lebensmitteln zugesetzt wird oder in Supplementen enthalten ist.


Quellen:

1)B Koletzko et al.: Ernährung in der Schwangerschaft – Teil 1. Handlungsempfehlungen des Netzwerks „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“. Dtsch Med Wochenschr 2012; 137: 1309-1313

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