Frankfurt, 01.10.2025 – Vier von fünf Frauen (82 %) im Alter zwischen 16 und 45 Jahren wissen: Folsäure ist wichtig für die Entwicklung des Kindes in der Schwangerschaft. Doch nur jede zweite Frau (53 %) kennt den entscheidenden Zusammenhang – die rechtzeitige Einnahme kann das Risiko für angeborene Fehlbildungen wie Neuralrohrdefekte deutlich senken. Zu diesem Ergebnis kam eine repräsentative Umfrage* des Arbeitskreises Folsäure & Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut YouGov. „Eine ausreichende Folatversorgung ist schon weit vor der Empfängnis entscheidend, um ausreichende Speicher im Körper mit Blick auf eine Schwangerschaft aufzubauen“, erklärt Privatdozentin Dr. Anke Rißmann, Sprecherin des Arbeitskreises und Leiterin des Fehlbildungsmonitorings an der Universitätsmedizin Magdeburg. „Unser Arbeitskreis und Fachgesellschaften empfehlen daher allen Frauen mit Kinderwunsch, zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung täglich mindestens 400 Mikrogramm Folsäure einzunehmen, am besten schon drei Monate vor Eintritt einer Schwangerschaft.“
Auch das Wissen rund um die praktische Umsetzung ist lückenhaft: Nur etwas mehr als die Hälfte der Frauen (56 %) weiß, dass während der Schwangerschaft eine zusätzliche Folsäureeinnahme empfohlen wird. „Folatreiche Lebensmittel wie grünes Gemüse, Vollkornprodukte und Speisesalz mit Folsäure sind zwar gute Quellen, doch für den erhöhten Bedarf in der Schwangerschaft reicht die Ernährung allein nicht aus, deshalb gibt es die Empfehlung zur Supplementierung“, betont Dr. Rißmann. „Wer erst kurz vor oder bei Schwangerschaftsbeginn mit der Einnahme starten kann, dem werden 800 Mikrogramm am Tag empfohlen.
Ab Kinderwunsch an Folsäure denken
Die Umfrage macht deutlich, dass das Präventionspotenzial durch eine ausreichenden Folatversorgung bislang nicht ausgeschöpft wird: „Die Zahl der Neuralrohrdefekte ist seit drei Jahrzehnten nahezu unverändert. Nach wie vor ist rund 1 von 1.000 Schwangerschaften davon betroffen. Das zeigt, wie wichtig eine verstärkte Aufklärungsarbeit ist und das nicht nur in gynäkologischen Praxen, sondern auch durch Kinderärzte, Apotheken, Hebammen und öffentliche Informationskampagnen“, betont Dr. Rißmann. Die wichtigste Botschaft bleibt: Ab Kinderwunsch täglich an Folsäure denken.
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* Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 20. und 28.03.2025 insgesamt 797 Frauen befragt.
** Obeid R. et al. (2016) Folate status and health: challenges and opportunities. J. Perinat. Med; 44(3): 261–268, DOI: 10.1515/jpm-2014-0346
