Podcastfolge mit Ingrid Zobel-Gajek: „Ernährung in der Schwangerschaft: Was du isst, isst auch dein Kind – aber reicht das wirklich?“

Im Rahmen einer Podcastkooperation mit epifood stand diesmal Diplom-Ökotrophologin Ingrid Zobel-Gajek, langjähriges Mitglied im Arbeitskreis Folsäure & Gesundheit, als Expertin zur Verfügung.

In der Episode spricht sie über die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft und gibt praxisnahe Tipps, wie werdende Mütter ihre eigene Gesundheit und die ihres Kindes optimal unterstützen können.

Behandelt werden unter anderem folgende Themen:

  • Warum Folsäure bereits vor der Schwangerschaft lebensverändernd sein kann
  • Welche Mikronährstoffe wie Jod, Eisen oder Omega-3 eine entscheidende Rolle spielen
  • Was eine vollwertige Ernährung im Alltag konkret bedeutet
  • Wann Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind – und wann nicht
  • Welche Lebensmittel in der Schwangerschaft gemieden werden sollten

Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Ernährungsberatung bringt Ingrid Zobel-Gajek sowohl fundiertes Fachwissen als auch persönliche Einblicke mit, die verdeutlichen, wie prägend Ernährung für die gesunde Entwicklung eines Kindes sein kann.

Zur Podcastfolge auf Spotify:
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Mehr geplante Schwangerschaften in Deutschland

Die frühzeitige Folsäureeinnahme bleibt weiterhin unverzichtbar

Frankfurt am Main, 08.07.2025 – 72 Prozent der Frauen im Alter von 16 bis 45 Jahren geben an, dass ihre letzte Schwangerschaft geplant war. Das zeigt eine repräsentative Verbraucherumfrage* des Arbeitskreises Folsäure & Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut YouGov. „Noch vor etwa zehn Jahren lag der Anteil bei rund 50 Prozent“, erklärt Dr. Frank Thieme, Gynäkologe und Mitglied im Arbeitskreis. „Dass nun mehr Frauen ihre Schwangerschaften planen, bietet die Chance, die Frauen nochmals gezielt über die Bedeutung der Folatversorgung aufzuklären.“ Gleichzeitig zeigt der Blick auf die Zahlen aber auch: Fast jede fünfte Schwangerschaft (17 %) tritt ungeplant ein. Präventionsmaßnahmen und Informationen müssten deshalb alle Frauen erreichen – unabhängig davon, ob eine Schwangerschaft geplant sei oder nicht, so Dr. Thieme weiter und betont:  Dies gelte auch für die ausreichende Folatversorgung. Deren Basis bildet eine folatreiche Ernährung – etwa mit grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten sowie Speisesalz mit Folsäure. Zusätzlich empfehlen der Arbeitskreis und Fachgesellschaften frühzeitig vor Schwangerschaftseintritt, mit der täglichen Einnahme von mindestens 400 Mikrogramm Folsäure zu beginnen, um das Risiko für angeborene Fehlbildungen wie Neuralrohrdefekte zu senken.

Das „Mehr“ an geplanten Schwangerschaften zeigt sich besonders bei Frauen mit zwei Kindern: In dieser Gruppe geben 77 Prozent der befragten Frauen an, dass ihre letzte Schwangerschaft geplant war. „Wenn eine Schwangerschaft geplant ist, informieren sich die Frauen im Vorfeld meist sehr intensiv und sind empfänglicher für Empfehlungen, die ihre Gesundheit und die ihres Kindes betreffen“, sagt Dr. Thieme. „Dennoch bleibt die frühzeitige und möglichst breite Aufklärung zur Folatversorgung essenziell. Denn viele angeborene Fehlbildungen wie Neuralrohrdefekte entstehen bereits in den ersten Wochen der Schwangerschaft, bevor diese überhaupt bekannt ist.“ Aus dem Neuralrohr entwickeln sich im weiteren Verlauf das Rückenmark und das Gehirn. Fehlbildungen, wie die Spina Bifida, können lebenslange gesundheitliche Beeinträchtigungen und Behinderungen zur Folge haben.

Prävention ist nicht nur Frauensache

Noch immer ist rund 1 von 1.000 Schwangerschaften von einem Neuraldefekt betroffen.** Eine bedarfsgerechte Folatversorgung kann das Risiko für Neuralrohrdefekte deutlich senken und mindestens 50 Prozent der Fälle verhindern.*** „Alle Frauen, die schwanger werden wollen oder es könnten, sollten zusätzlich zur folatreichen Ernährung frühzeitig Folsäure in Tablettenform supplementieren, am besten drei Monate vor der Schwangerschaft“, betont Dr. Thieme und appelliert: „Prävention funktioniert nur, wenn sie rechtzeitig beginnt. Das ist nicht allein Aufgabe der Frauen, sondern eine Verantwortung ihres Umfelds und der ganzen Gesellschaft, von der schulischen Bildung über die ärztliche Beratung bis hin zur Politik.“

 

* Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 20. und 28.03.2025 insgesamt 797 Frauen befragt.

** Fehlbildungsmonitoring Sachsen-Anhalt: Jahresbericht 2023. http://www.angeborene-fehlbildungen.com/monz_mm/Dokumente/Jahresberichte/Bericht2023_WEB.pdf (Letzter Zugriff 01.07.2025)

*** Obeid et al.: Folate status and health: challenges and opportunities. J. Perinat. Med., 2016

Kinderwunsch? Dann bitte schon jetzt an Folsäure denken!

Redaktions-Service zur aktuellen Umfrage des Arbeitskreises Folsäure & Gesundheit

Frankfurt, 12. Juni 2025 – Folsäure ist wichtig für die gesunde Entwicklung des Kindes in der Schwangerschaft – das wissen laut einer aktuellen Umfrage* des Arbeitskreises Folsäure & Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut YouGov 82 Prozent der befragten Frauen zwischen 16 und 45 Jahren. Doch nur jede Zweite (53 %) weiß, dass Folsäure wichtig ist, um das Risiko für angeborene Fehlbildungen (z. B. Neuralrohrdefekt) beim Kind zu senken. Aus dem Neuralrohr entwickeln sich Rückenmark und Gehirn. Die möglichen Fehlbildungen entstehen sehr früh: „Bereits nach der Empfängnis beginnen wichtige Zellteilungsprozesse im Körper. Kommt es in dieser Phase zu einer Unterversorgung an Folsäure, kann das Risiko für Neuralrohrdefekte wie eine Spina bifida steigen. In Deutschland ist etwa eine von 1.000 Schwangerschaften betroffen“, erklärt Dr. Anke Rißmann, Sprecherin des Arbeitskreises Folsäure & Gesundheit und Leiterin des Fehlbildungsmonitoring an der Universitätsmedizin Magdeburg. Für eine optimale Vorsorge sollte das Thema Folsäure schon bei bestehendem Kinderwunsch präsent sein. Daher ist es wichtig, bereits vor einer Schwangerschaft täglich mindestens 400 Mikrogramm Folsäure einzunehmen.

Eine ausreichende Folatversorgung kann helfen, das Risiko für Neuralrohrdefekte, wie Spina Bifida, um mindestens 50 Prozent** zu senken. Entscheidend dafür ist allerdings der richtige Zeitpunkt und das damit verbundene Erreichen präventiv wirksamer Folatspiegel im Körper. Deshalb sollten alle Frauen, die schwanger werden möchten oder könnten, an ihre Folatversorgung denken. Eine folatreiche Ernährung mit viel grünem Blattgemüse wie Brokkoli, Grünkohl, Spinat oder Blattsalaten sowie weiteren Lebensmitteln wie Tomaten, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Orangen, Kartoffeln und Eiern schafft eine gute Basis. Ein Tipp ist zudem die Verwendung von Jodsalz mit Folsäure im Haushalt. Ergänzend zur Ernährung empfehlen der Arbeitskreis Folsäure & Gesundheit und Fachgesellschaften die Einnahme von Folsäure in Tablettenform. „Frauen, die schwanger werden wollen oder können, sollen demnach Minimum vier Wochen vor Schwangerschaftsbeginn mit der Einnahme von mindestens 400 Mikrogramm Folsäure beginnen. Wer erst kurz vor oder bei Schwangerschaftsbeginn mit der Einnahme starten kann, dem werden 800 Mikrogramm am Tag empfohlen“, erklärt Dr. Rißmann.   

Folsäure – ein Thema für viele Lebenslagen 

Wie und wo Frauen über Folsäure erfahren, ist unterschiedlich: Laut Umfrage hören 38 Prozent der Befragten erstmals in der gynäkologischen Praxis davon – bei Frauen mit Kind sind es sogar 71 Prozent. Auch Familie und Freundeskreis spielen eine Rolle: 27 Prozent nennen ihr persönliches Umfeld als Informationsquelle. Das zeigt, wie wichtig es ist, das Thema frühzeitig und wiederholt in verschiedenen Lebenssituationen anzusprechen – nicht erst bei Feststellung einer Schwangerschaft. Umso wichtiger ist eine vorausschauende Folatversorgung. 

* Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 20. und 28.03.2025 insgesamt 797 Frauen befragt. 

**Obeid R. et al. (2016) Folate status and health: challenges and opportunities. J. Perinat. Med; 44(3): 261–268, DOI: 10.1515/jpm-2014-0346